Riegelmann „argumentiert“ ohne Argumente
16. August 2010 0 KommentareMan könnte darüber lachen, wenn es nicht auf den Rücken der Kinder und Jugendlichen sowie einer möglichst hohen Chancengleichheit für diese ausgetragen werden würde.
Da fordert Frau Riegelmann eine sachliche Diskussion der zukünftigen Schulstruktur und trägt nicht dazu bei. Ihre einzigen Argumente sind Behauptungen, die mit den Realitäten nichts gemein haben und ein unreflektiertes Festhalten an einem dreigliedrigen Schulsystem. Das läßt sich sehr einfach belegen:
Die SPD hat zu keinem Zeitpunkt die Qualität der Schulen und die pädagogische Arbeit der Lehrer an den Springer Schulen in Frage gestellt. Diese steht für uns außer Frage. Die Behauptung von Riegelmann ist schlicht Nonsens und hat mit der Realität nichts zu tun. Aber vielleicht fällt ihr ja nichts besseres ein, als in einer Art Pavlowschen Reflex Unfug zu behaupten.
Die Stadt Springe verliert jedes Jahr bereits viele Schüler an Gesamtschulen im Umland. Folgt man den Aussagen von Riegelmann kann dies ruhig zunehmen, denn dann würden ja die Springer Schulen keine Schüler im signifikanten Umfang verlieren. Umgekehrt – bei einer Gesamtschule vor Ort – soll dies aber der Fall sein. Denn dann würden viele Springer Schüler in das Umland zu den dreigliedrigen Schulen abwandern. Welch bestechende, von hoher Logik getragene Argumentation. Leider übersieht Riegelmann aber, dass die Realität genau umgekehrt ist. Eltern wollen ihre Kinder in Gesamtschulen anmelden. Der Erfolg der Gesamtschulen in Hannover – selbst der neu gegründeten – spricht eine ganz andere Sprache, als von Riegelmann dargestellt. In vielen Gesamtschulen existieren Wartelisten und gerade für Schüler aus der Region ist es mitunter ausgesprochen schwierig, an einer Gesamtschule im Stadtgebiet angenommen zu werden.
Übrigens auch im Fall einer Gesamtschule in Springe haben die Eltern die von Riegelmann geforderte Wahlmöglichkeiten. Auch dieses von ihr vorgebrachte Argument ist bei näherer Betrachtung nicht von hoher logischer Qualität.
Die SPD sieht weder den Bestand des OHG in Gefahr noch seine Wettbewerbs-stellung. Sie hat auch im Gegensatz zu Riegelmann diesbezüglich keine Ängste. Wieso auch – gerade in der Bildung hat hohe Qualität immer eine ausreichende Nachfrage.
Für die SPD sind die Eltern entscheidend. Deswegen suchen wir auch das Ge-spräch mit Ihnen und entscheiden nicht über ihren Kopf hinweg. Alle Gespräche, die wir bisher geführt haben, bestätigen uns aber in unserer Auffassung.
Wer eine sachgerechte Diskussion fordert, sollte auch selber eine solche führen. Falsche Behauptungen, eine fehlende Auseinansetzung mit der Realität und ein unreflektiertes Festhalten an aus unserer Sicht überkommenen Schulstrukturen sind dafür aber keine Basis.
Vor diesem Hintergrund bleibt die SPD bei ihrer Meinung, dass die Aussagen von Frau Riegelmann eher einer tief empfundenen Wettbewerbsangst entspringen als einer sachlichen Auseinandersetzung.
Dr. Eberhard Brezski
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